Wie schon in dem ein oder anderen Beitrag angemerkt, geht es bei IT Service Management um das große Ganze und nicht nur um ITIL oder andere Auszüge. Auch gibt es nicht DAS Projekt und nach Projektende ist man fertig - kontinuierliches Tun ist angesagt.
Interessant zu beobachten ist, dass gerade diese essentiell wichtige Einsicht selten im Top-Management verinnerlicht oder gelebt wird.
Als Beispiel ein Bericht über ein abgeschlossenes ITIL Projekt, der allen Zuhörern unlängst auf einer “Executive ITIL-Veranstaltung” vom Redner mitgeteilt wurde: Durch die Einführung von Prozessen, Prozess-Managern und einer Matrix-Organisation würde man geschickt das Prinzip “Teile und Herrsche” einführen und seine Vorteile nutzen. Auf meine Nachfrage, worauf das abzielt, erhielt ich die Antwort, dass das Prinzip dafür steht, dass man unter Gegnern Zwietracht und Uneinigkeit sät, um so in der Machtausübung ungestört zu bleiben. Als “Gegner” wurden dann die Prozess-Manager und disziplinarischen Vorgesetzten genannt……
Nicht nur, dass damit die Basis für IT Service Management komplett zerstört wird, das Prinzip ist vollkommen falsch ausgelegt / verstanden worden, da es im Sinne einer Unternehmensarchitektur komplett anders verstanden wird und auch dann auch sinnvoll ist. “Teile und Herrsche” steht auch für eine Strategie mit komplexen Themen umzugehen, um diese besser lösen zu können: Zunächst wird ein Problem in einzelne, beherrschbare Teile zerlegt. Die einzelnen Teile werden für sich gelöst, und die einzelnen Lösungen zu einer Gesamtlösung zusammengefügt.
Ich halte es in diesem Zusammenhang eher wie Goethe. Der schrieb: “Entzwei und gebiete! Tüchtig Wort. – Verein und leite! Besserer Hort.”.
One Response to “Führungsstil und Unternehmensarchitektur”
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April 5th, 2007 at 11:21
Was mir auch im richtigen Leben immer auffällt ist, dass solche Projekte immer an der selben Stelle scheitern, der Macht. Jene gilt es nämlich aufzugeben, wenn man sich dem Kunden und seinen Wünschen verschreibt. Leider entspricht dies aber nicht dem menschlichen Ego, Macht zu teilen oder aufzugeben. Dieser Change, um bei der Terminologie von ITSM zu bleiben ;-), ist einer der schwierigsten.
Leider sind Matrixorganisationen für solche machtbestimmten Menschen ein Gegner, den es zu bekämpfen gilt (siehe ” Teile und Herrsche”), dies hat aber den Effekt, dass man das Eigentliche aus dem Auge verliert, nämlich den Kunden… und das kann und wird langfristig nach hinten losgehen.
Ich glaube es fehlt in unserer Gesellschaft und im Wirtschaftsleben der Mut Entscheidungen zu treffen, die das obere und mittlere Managament betreffen… denn bedenke immer, Der Fisch fängt vom Kopf an zu riechen.., das weiß, aber verdrängt auch jeder.
In diesem Sinne wünsche ich ein geruhsames und besinnliches Osterfest!
OK